Abschied

Ich bin wieder in Deutschland angekommen!

Es war eine so herrliche Zeit in Galway gewesen – jene, die meinen Blog verfolgt haben, wissen auch wie viele schöne Erfahrungen ich hier während meines Auslandspraktikums sammeln konnte.

Vor meiner Abreise, habe ich meinen letzten Tag in Irland zusammen mit ein paar Bekanntschaften in Dublin verbringen können:

Es war ein sehr ereignisreicher Tag, auch wenn wir in der kurzen Zeit natürlich nicht alles Sehenswerte besichtigen konnten.

Wie man erkennen kann, haben wir unter anderem der alten Trinity Library einen Besuch abgestattet. Jedoch mussten wir nicht etwa wie alle anderen Touristen ein Ticket kaufen! Die Leiterin der Katalogisierung von der James Hardiman Library hatte zuvor mit einer Mitarbeiterin des Trinity College vereinbart, dass meine Wenigkeit + Begleitung eine kostenlose Führung erhalten. Statt aber nur in den 64 Meter langen „Long Room“ (welcher auch maßlos überfüllt war) ein paar Bilder zu knipsen, durften wir drei den für Besucher unzugänglichen Bereich der Bibliothek erkunden.  Dazu zählte neben den Büroräumen, wo uns anhand eines Beispiels die Katalogisierung eines 200 Jahren alten Buches vorgeführt wurde, auch die obere Etage der eindrucksvollen Halle.

Man fühlte sich schon ein kleines bisschen wie ein VIP, als man auf die ganzen anderen Leute hinunterschauen konnte, während diese uns verwunderte und neidische Blicke zuwarfen 😀

Die Bibliotheksangestellte zeigte uns außerdem den Lesesaal für frühe Drucke, sowie den Handschriftenlesesaal in der obersten Etage der Bibiothek.

Den Rest des Tages verbrachten wir damit diverse Museen anzuschauen, köstliche Speisen in den örtlichen Lokalen zu futtern und in einigen Läden der Hauptstadt zu shoppen. Abgerundet wurde der Abend dann mit einem Kinofilm in „Cineworld Dublin“, wo ich zusammen mit meiner Bekanntschaft „Finding Dory“ sehen konnte, welcher in Deutschland erst am 29. September 2016 erscheinen wird.

Auf Wiedersehen Galway

Das Praktikum war ein wundervolles Erlebnis!

Alles was ich von meinem Aufenthalt erwartete, wurde bei weitem übertroffen. Ich habe viele Menschen kennengelernt, die mir in der kurzen Zeit schnell ans Herz gewachsen sind, die Arbeit in der Bibliothek hat mir jeden Tag Spaß gemacht, es war ein Vergnügen die etwas andere Kultur und Mentalität der Iren kennenzulernen und auch meine Sprachkenntnisse haben sich (laut den Kolleginnen) deutlich verbessert.

Was ich vermissen werde:

  • meine Kolleginnen und Kollegen von der James Hardiman Library, sowie die Arbeit und die Bibliothek an sich 🙂
  • die friedliche und doch sehr lebhafte Stadt mit den stets freundlichen und höflichen Einwohnern
  • alle neuen Bekanntschaften die ich während meines Aufenthaltes geschlossen habe ❤
  • wunderschöne grüne Landschaften und die steilen Klippen des Landes
  • Galway mit allen Veranstaltungen, Geschäften, Märkten, Sehenswürdigkeiten, Theater und Museen, Gärten, Pubs und Restaurants
  • 99 Flake Ice Cream!!!

Was ich nicht vermissen werde:

  • chlorhaltiges Leitungswasser
  • der grausige öffentliche Nahverkehr

 

Die Erfahrungen von den letzten zwei Monaten waren nach meiner Ansicht den Papierkram absolut wert! Ich empfehle wirklich jeden der die Chance hat ein Auslandspraktikum zu absolvieren, diese auch anzunehmen.

An dieser Stelle noch mal vielen Dank an alle Personen, die mir diesen Aufenthalt ermöglicht und/oder mir dabei geholfen haben!

The Cliffs of Moher & Connemara Tagestour

Mein Aufenthalt im grünen Irland neigt sich dem Ende zu, und da ich nur recht selten die Gelegenheit hatte etwas außerhalb der Stadt zu unternehmen, entschloss ich mich noch zwei Ausflüge zu machen.

Am Samstag nahm ich an einer Bustour teil, bei der ich die verborgenen Schätze von Connemara kennenlernen konnte, wie die überwältigende Sky Road, die wunderschöne Kylemore Abbey und die liebenswerten Connemara Ponys.

Etwas übermüdet, da der Reisebus schon früh am Morgen abfuhr, machten wir uns auf den Weg. Die Tour führte von Galway aus vorbei an der berühmten Galway Bay, durch Spiddal, Rosmuc, entlang der felsigen Küste von Roundstone zu Clifden. Unser Hauptziel war der Connemara National Park, wo uns der Fahrer für knapp vier Stunden absetzte. Während der Fahrt bot sich einem jedoch auch schon ein herrlicher Anblick.

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Kylemore Abbey

Nachdem wir den Nationalpark hinter uns ließen, erreichten wir auch kurze Zeit später die Kylemore Abbey, welche wir jedoch nur aus der Ferne betrachteten, da alle Teilnehmer – mich eingeschlossen- nach der langen Wanderung zu erschöpft waren, um noch in den viktorianischen Garten zu verweilen.

Einen weiteren (wesentlich kürzeren) Ausflug hatte ich noch diese Woche mit ein paar meiner Kolleginnen. Diese waren alle sehr erpicht darauf mir nach dem gemeinsamen Arbeitsatg „The Cliffs of Moher“ zu zeigen. Nachdem wir alle direkt von der Bibliothek aus starteten, bot die Fahrt ebenfalls einen traumhaften Ausblick auf die Westküste Irlands. Die Straßen stellten sich dabei als recht hindernisreich heraus, da sie nicht nur zunehmend enger und holpriger wurden, sondern auch ein paar Schafherden einige male unseren Weg kreuzten, weshalb wir zwischenzeitlich auch im Schritttempo den Tieren hinterherfahren mussten.

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The Cliffs of Moher

Als wir dann die Klippen erreichten, war die Ernüchterung erstmal recht groß, da ein starker Nebel es unmöglich machte, auch nur etwas von der Umgebung zu sehen. Zu unserem Glück verbesserte sich dieser Zustand zunehmend, während wir im Visitor-Centre etwas zur Geschichte der Klippen erfahren konnten und in den kleinen Geschäften schmökerten.

Weil die Zeit recht knapp war, und meine Begleitung bereits bei ihrem letzten Besuch unbewusst die gefährlichste Route genommen haben, sind wir nur ein kleines Stück an den Klippen entlang gelaufen. So habe ich noch ein paar mehr schöne Erinnerungen sammeln können.

Special Collections

Das Archiv der James Hardiman Library umfasst mehr als 350 Sammlungen, von denen die ältesten noch aus dem Jahr 1485 stammen. Diese reichen von der Größe einer einzelnen Postkarte bis hin zu 300 Kisten mit Materialien.

In der kurzen Zeit, die ich beim Team für Special Collections verbracht habe, konnte ich auch einen kleinen Einblick in den Räumlichkeiten des Archivs erhaschen. Seit einigen Jahren sind die Mitarbeiter des Archivs dabei einen Teil des Bestandes zu digitalisieren, um den Zugriff zu diesen wertvollen Ressourcen zu erweitern, denn durch das empfindliche Material gelten strenge Auflagen für den Zugang und Umgang mit Archivgut.

Die Sondersammlungen der Bibliothek, beinhalten ebenfalls alte und seltenen Gegenstände und verschiedene Materialien wie Karten, Zeitungen, Thesen, Universitätssammlungen, sowie seltene und antiquarische Bücher.

In diesen Sammlungen konnte ich am Freitag einen genaueren Einblick erhalten. Besonders interessant war dabei die Reiseliteratur von Irland im Zusammenhang mit der Westküste des Landes, die irischen Sprachmaterialien, Völkerkunde und die Erbauungsliteratur. Außerdem werden hier auch alle Materialien im Bezug auf das Arts Festival gelagert – angefangen von den ersten Veranstaltungen im Jahre 1978.

Tim Robinson Archive

Im Jahr 2014 spendete der Kartograph und Autor Tim Robinson großzügigerweise sein Archiv an die James Hardiman Library. Diese schöne Sammlung beinhaltet ein umfassendes Verzeichnis der Gebiete von Connemara und den Aran-Inseln, mehrere hundert Karten und fast 80 Kisten Manuskriptmaterial.

Über mehrere Jahre hat er bei seinen Wanderungen durch die Landschaften von Connemara und den Aran-Inseln die geologischen, historischen und kirchlichen Eigenschaften der einzelnen Gebiete zusammengestellt. In seinen Aufzeichnungen (in Form von je einer Karteikarte pro Ortschaft) vermerkte er darüberhinaus auch lokale Geschichten, Legenden und Anekdoten, und schrieb dazu die Namen der ortsansässigen Menschen auf,  die ihm diese Informationen gegeben haben.

Bei der Betrachtung der sehr detailreichen Karten vom Herrn Robinson, kann man bereits einiges von diesen vielen Angaben erkennen. Die Gegend war jedoch so faszinierend für ihn, dass er darüberhinaus auch noch nach der Fertigstellung der Karten seine berühmten Trilogie über Connemara verfasste.

Mit dieser höchst interessanten Sammlung durfte ich am vergangenen Freitag arbeiten – sie beinhaltet die bereits erwähnten Karteikarten, die ist erst teilweise digitalisiert wurden. Daher war es meine Aufgabe all die gegebenen Informationen zunächst in einer Excel-Tabelle aufzuführen, damit die Angaben später von den Mitarbeitern der Special Collections für die Studenten der NUIG digital zugänglich gemacht werden.

Galway – Musik, Kunst und Kultur

Auch wenn Galway offiziell eine Stadt ist, wirkt sie auf mich doch eher wie ein großes Dorf. Es scheint als könnte man alle signifikanten Orte durch ein paar Spaziergänge vollständig auskundschaften. Da ich außerdem das große Glück habe, in einem zentral gelegenen Apartment zu wohnen, wurde innerhalb der letzten acht Wochen alles erkundet, was Galway hergibt.

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Spanish Arch – ein Überbleibsel von dem Wall, welcher 1584 erbaut wurde und auf dem linken Ufer der Flusses Corrib steht.

Einige Sehenswürdigkeiten konnte ich noch dieses Wochenende besichtigen, darunter das Galway Museum – ein modernes Gebäude, welches Ausstellungen zu Galways faszinierender Geschichte zeigt, und von dem man einen wunderschönen Ausblick auf den Spanish Arch hat. Was die Gegend außerdem bietet sind die Märkte, die jedes Wochenende geöffnet sind. Der Bauernmarkt, auf welchen schon seit Jahrhunderten frische Lebensmittel und lokales Handwerk angeboten wird, befindet sich auch in der unmittelbaren Nähe des Museums, weshalb es sich angeboten hat gleich beides in einem Rutsch anzusehen.

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Zwischen dem Eyre Square und dem Spanish Arch Hotel bei der Wolfe Tone Bridge laden auch zahlreiche Pubs, wie der beliebte An Púcán mit seiner lebhaften irischen Livemusik, und viele Restaurants zum Verweilen ein. Daneben bieten Shops typisch irische Souvenirs, in denen ich mich bereits ausführlich umschauen konnte.

Was natürlich die Festivals und Events betrifft, ist in Galway auch immer was los – wie man es schon in früheren Beiträgen lesen konnte. Bereits vor dem Pferderennen und dem berühmten Arts Festival, fand das internationalen Filmfestival statt. Das sechstägige Event „The Galway Film Fleadh“ bietet jedes Jahr eine genauso große kulturelle Vielfalt wie das Arts Festival. Zwar habe ich es versäumt mir selbst ein paar der Kurzfilme anzuschauen, doch bei gemeinsamen Pausen haben zwei Kolleginnen uns allen davon vorgeschwärmt und den Inhalt von gefühlt der Hälfte des Programmes erläutert 😀

Etwas was die friedliche Stadt besonders auszeichnet (und was mich in den ersten Wochen am meisten beeindrucken konnte) sind, neben den offenen und herzlichen Menschen,  die Straßenmusiker und -künstler. Ich konnte schon das Programm von etlichen unterschiedlichen Entertainer miterleben. Während man durch die Straßen flaniert, kann man alle 10 Meter etwas anderes bestaunen. Hier zeigt sich auch wieder der Kulturreichtum von Galway, denn die Künstler kommen aus allen Ecken der Welt, um hier eine kleine Vorführung zu geben. Hauptsächlich trifft man zwar auf (sehr erfahrene) Musikbands und Tänzer, die sich zuvor immer etwas Raum verschaffen müssen, doch vom Feuer-Jongleur, über Puppenspieler, Graffitikünstler, Akrobaten und Pantomime, bis hin zum schottischen Dudelsackpfeifer kann man so ziemlich alles sehen, was unter der Rubrik Straßenkunst fällt.

MakerSpace und 3D-Drucke

Während der Arbeit an der Service-Theke, gehörte die Bearbeitung von den eingereichten 3D-Modellen zu meinen Favoriten. Hierfür werden die PCs in dem Makerspace-Raum genutzt, wo sich auch einer der Drucker befindet. Ein weiterer Ultimaker 2+ steht hinter der Service-Theke.

Jeder der Computer im Raum ist mit zwei Bildschirmen verbunden, was die Arbeit um einiges erleichtert. Außerdem ist auf ihnen eine bemerkenswerte Anzahl von Programmen installiert, die das Gestalter-Herz höher schlagen lässt. Für die Bearbeitung der 3D-Drucke verwenden wir jedoch nur „Autodesk Inventor“ die Animationssoftware „Anime Studio Pro“ und „Clip Studio Paint“. Die 3D-Drucker benötigen vom Bibliotheksbenutzer eine digitale Datei, welche die Informationen des zu druckenden Objekts bereitstellt.
Ein  Dateiformat mit den Informationen aller einzelnen Layer, mit denen man ein 3D-Modell aufbauen kann, ist zum Beispiel eine STL Datei. Andere Formate, die sich nicht umwandeln lassen, können hier nicht bearbeitet werden.

Die Vorlagen können mit den Programmen auf den MakerSpace-Pc weiterhin angepasst werden. So wurden einige Modelle nach Bedarf gedreht, verschoben oder deren Rand etwas vergrößert, damit sie problemlos gedruckt werden können, und der Gegenstand robuster wird. Ab und zu hat man auch den Fall, dass das Design zu groß für den 3D-Drucker ist und nach Absprache mit dem Nutzer verkleinert wird.

Ich konnte bei ein paar kleineren Modellen den gesamten Arbeitsvorgang in einem Rutsch ansehen, da diese lediglich ca. 10 Minuten brauchten um vom Drucker erstellt zu werden. Man bedient sich beim Druck der Methode mit dem geschmolzenen Kunststoff PLA, was im Grunde wie eine bewegliche Heißklebepistole funktioniert. Einige der Gegenstände benötigen je nach Modell auch eine Support-Struktur, welche einfach abzulösen ist. Die maximale Größe der Gegenstände darf 200 x 200 x 200 mm betragen.

Je nachdem wie viele Anfragen das Personal erhält, kann es über eine Woche benötigen, bis die eigene Datei gedruckt wird. Wenn der Gegenstand erfolgreich angefertigt wurde, schreiben die zuständigen Mitarbeiter eine E-Mail an den Benutzer, welcher diesen an der Service-Theke abholen kann. Bei den Farben in denen die Gegenstände gedruckt werden können, hat man die Wahl zwischen Weiß, Schwarz, Silber, Orange und transparent.

Nachdem dieses Modell hier nach nur fünf Stunden fertig gedruckt und ausgekühlt war, konnten wir es vorsichtig von der Platte lösen.

Nach einem kurzen Moment der Panik, weil wir nicht wussten, ob uns dabei ein wichtiger Teil des Gegenstandes abgebrochen ist, oder nur etwas von diesem leicht lösbaren Support-Material, konnte ein Blick auf die Vorlage alle Anwesenden auch wieder beruhigen. Die Ränder des Gegenstandes waren leider jedoch nicht sehr gut geworden – die einzelnen Schichten lagen nicht perfekt übereinander. Dies wäre an sich auch nicht weiter tragisch, wäre die Anfrage für diesen Gegenstand nicht etwas spezieller. Der Benutzer benötigte ein wasserdichtes Objekt, und ob dies zutrifft, konnten wir nicht überprüfen.

Daher haben wir diesen Auftrag als „geglückt“ vermerkt und die Entscheidung dem Benutzer überlassen.

Woran ich nächste Woche nochmal einen halben Tag lang arbeiten darf, ist die Erstellung meines eigenen Gegenstandes (Ein kostenloses Souvenir ist immer toll!). Dafür bekomme ich auch von dem zuständigen Mitarbeiter eine Einweisung, wie die Software der PCs genutzt werden kann.

Service-Theke

Da sich meine Praktikumsanleiterin bemüht mir jede Woche etwas Abwechslung von meiner Projektarbeit zu verschaffen, durfte ich heute an der Service-Theke der Bibliothek arbeiten. Dabei konnte ich viele Tätigkeiten kennen lernen, die im Hintergrund ablaufen.

Die Theke befindet sich im Foyer der James Hardiman Library. Während des Semesters ist sie von Montag bis Freitag von 08: 30 bis 22: 00 Uhr und Samstag von 09: 30 bis 13: 00 Uhr besetzt. Aufgrund der niedrigen Benutzeranzahl,  ist dieser Bereich im Sommer sehr ruhig,  weswegen ich auch nur für so kurze Zeit hier eingesetzt wurde.

Neben den üblichen Anfragen, wie z.B. „Wo finde das Buch X?“, wurde mir gezeigt, wie die ID-Karten für einen Studenten der NUIG erstellt werden, welche sogar (im Gegensatz zu der Karte einer gewissen Praktikantin) ein Passfoto erhalten. Dieses wird vor Ort vom Personal geschossen und anschließend auf den Benutzerausweis gedruckt, wenn nicht zuvor schon ein Passfoto in digitaler oder physischer Form eingereicht wurde.

Außerdem erhält des Personal an der Service-Theke viele Anfragen bezüglich Passwort-Änderungen, Reservierungen von Gruppenräumen, Bestellungen von Büchern aus dem geschlossenen Bereich oder einfach Informationen zu den Diensten der Bibliothek. Bis vor einigen Jahren wurde auch oft der Dienst von Bibliothekaren, die sich auf ein bestimmtes Fachgebiet spezialisiert haben, angefragt. Diese haben den Nutzern bei Fragen zu ihrem Studienfach geholfen, sowie Bücher hierfür empfohlen. Da nun jedoch die Studenten lieber eigenständig arbeiten, werden heutzutage alle Bereiche nur noch von einem einzigen Bibliothekar abgedeckt.

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Neben der Beschäftigung an der Theke, hab ich einen Einblick in die Sortieranlage und dem Bereitstellungsraum erhalten. Die Medien werden hier, nachdem sie zurückgegeben wurden, nach Thematik (und damit nach Etage und Bereich) vorsortiert.

Sollte eines der Bücher von einem Benutzer vorgemerkt sein, kommt es in einen separaten Korb, damit die Mitarbeiter diese schneller mit der Benutzernummer kennzeichnen und in den Bereitstellungsregal einordnen können. Für das Einstellen auf den Etagen sind wiederum andere Mitarbeiter zuständig.

Wie ich schon in meinem vorherigen Beitrag: Benutzung der Bibliothek geschrieben habe, werden einige Medien aufgrund Platzmangels in dem geschlossenen Bereich im Keller gelagert, zu dem nur Mitarbeiter der Bibliothek Zutritt haben. Benutzer müssen eine Anfrage abgeben, damit die Service-Mitarbeiter die gewünschten Medien ausheben und für sie bereitstellen können.

Dies macht das Personal von Montag bis Freitag zweimal täglich um 9:00 und 14:00 Uhr. Wie man es schon aus der eigenen Bibliothek gewohnt ist, werden mehreren mögliche Standorten überprüft, wenn das gewünschte Medium nicht an der Stelle ist, wo es eigentlich stehen sollte. Besonders bei alten Signaturen, die erst vor kurzem aktualisiert wurden, hat man immer einige Anlaufstellen. Außerdem befindet sich noch vor dem Eingang zum geschlossenen Bereich ein Regal, in dem bearbeitungsreife Medien (bedeutet jene die zum Buchbinder müssen) gelagert werden. Auch hier lohnt es sich nochmal nach dem angefragten Buch zu schauen. In jedem Fall hinterlässt man eine kurze Notiz, wenn man eines der Bücher aushebt.

Nachdem das Buch gefunden wurde, benachrichtigt man den jeweiligen Nutzer, dass er es an der Theke abholen kann. Wenn es nirgends auffindbar war, wird ebenfalls eine kurze Nachricht verschickt.

Benutzung der Bibliothek

Weil ich nun schon seit fünf Wochen in der James Hardiman Library arbeite, möchte ich die wichtigsten Bereiche der Bibliothek etwas ausführlicher vorstellen.

Die Bibliothek erstreckt sich über drei Etagen, die auch alle mit dem Fahrstuhl erreichbar sind. Im Erdgeschoss befinden sich neben den Medien für Rechtskunde auch die Sondersammelgebiete und die Historische Sammlung. Der erste Stock beherbergt Bücher und Zeitschriften über Kunst, Wirtschaft und Sozialwissenschaften, während in der zweiten Etage die Bereiche Wissenschaft, Technik, Gesundheitswissenschaften und Informatik vorzufinden sind.

Auf allen Etagen der Bibliothek sind Rückgabe– und Ausleihautomaten, sowie Kopiergeräte, Arbeitsplätze mit WiFi-Zugang und Gruppenarbeitsräume vorhanden.

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Eingangshalle mit Zugangstore

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Im Regelfall ist die Nutzung der Bibliothek lediglich registrierten Studenten und Mitarbeitern der Universität gestattet. Die primäre Aufgabe der Bibliotheksmitarbeiter ist es ihnen den Zugang zu relevanten und gut gepflegten Medien zu ermöglichen und sie bei der Suche und Fragen zu ihrem Fach zu unterstützen.

DSC_0588Für Anfragen steht Personal an der Servicetheke und in dem Informationsbüro im Erdgeschoss (wo sich auch mein Arbeitsplatz befindet) bereit. Zusätzlich ist für Benutzer die beim Auffinden von den gesuchten Medien Unterstützung benötigen, im ersten Stock eine weitere Auskunftstheke.

Um als Benutzer Bücher auszuleihen, sollte man die Selbstverbuchungsautomaten verwenden. Für die Bedienung der Maschine benötigt man den Benutzerausweis – hat man diesen eingelesen muss man nur den einfachen Anweisungen auf dem Bildschirm folgen. Sollten dabei irgendwelche Probleme mit dem Medium auftreten, können umgehend die Mitarbeiter an der Servicetheke, die sich nur ein paar Meter weiter befindet, kontaktiert werden. An den Automaten hat man außerdem die Möglichkeit die eigenen Ausleihen einzusehen und Bücher zu erneuern, bevor sie fällig sind.

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Außerhalb der Öffnungszeiten der Bibliothek, können Bücher auch in einem braunen Kasten, der sich vor dem Eingang des Gebäudes befindet, zurückgeschickt werden. Die Box wird jeden Morgen geleert, und die Bücher aus dem Benutzerkonto entfernt.

Wenn man die Medien zurückgeben möchte, können die Rückgabeautomaten in der Bibliothek verwendet werden – hierfür wird im Gegensatz zur Ausleihe keine Benutzerkarte benötigt.

 Die Bücher werden einzeln in den Schlitz der Maschine und auf das Förderband gelegt, woraufhin das Buch vom Konto entfernt wird. Anschließend kann der Benutzer auf Wunsch eine Quittung erhalten.

Die Bücher werden einzeln in den Schlitz der Maschine und auf das Förderband gelegt, woraufhin das Buch vom Konto entfernt wird. Anschließend kann der Benutzer auf Wunsch eine Quittung erhalten.

Aufgrund des begrenzten Platzes auf den Etagen der Bibliothek, werden einige Medien auch im Keller des Gebäudes gelagert. Dieser befindet sich im geschlossenen Bereich, zu den nur Bibliothekspersonal Zutritt hat. Benutzer müssen eine Anfrage abgeben, wenn sie ein bestimmtes Medium mit diesem Standort ausleihen möchten. Ein dafür zuständiger Mitarbeiter hebt dieses daraufhin aus und stellt es bereit.

Die Bibliothek bietet eine Vielzahl von Arbeitsplätzen für Mitarbeiter, Studenten und Forscher der Universität. Diese reichen von individuellen Studienplätzen, über Gruppenarbeitsräume, bis hin zum „Browsing Room“, wo Benutzer in ihren Pausen Zeitungen und Romane lesen können.

Jeder der Gruppenarbeitsräume ist mit einem Whiteboard, sowie mehreren PCs mit Internetzugang ausgestattet. Zwei bis sechs Studenten können in ihnen gemeinsam ungestört an Projekten arbeiten. Um die Räume aber überhaupt nutzen zu können, müssen sie zuvor online über den Bibliothekskatalog gebucht werden. Davon ausgenommen ist der Gruppenraum in dem ersten Obergeschoss,  welcher nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ so lange besetzt werden kann, wie die Nutzer es wünschen.

Es gibt außerdem zwei PC-Räume auf den oberen Etagen der James Hardiman Library. In diese können sich die Benutzer mit den Anmeldedaten von ihren Campus Konto in den PCs einloggen. Im Untergeschoss des  Bibliotheksgebäude befindet sich zudem ein weiterer Leseraum, der zusätzliche Studienplätze mit erweiterten Öffnungszeiten bietet.

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Die Bibliothek besitzt zudem zwei Bereiche, die für absolut stilles Arbeiten vorgesehen sind. In diesen dürfen keinerlei Unterhaltung geführt werden, Telefone, Lebensmittel und Kopfhörer sind tabu und Laptops müssen auf stumm geschaltet sein. Für den Rest der Studienplätze in der Bibliothek sind kurze und leise Gespräche erlaubt.

DSC_0414 (2)Neben den gewöhnliche Schwarz-Weiß- und Farbdrucker, die überall im Gebäude verteilt sind, verfügt die Bibliothek auch über einen 3D Drucker, welcher sich im Erdgeschoss in dem MakerSpace-Raum befindet. Dieser kann von den Studenten und Mitarbeitern der NUIG (zurzeit noch kostenlos) genutzt werden. Der Druck erfolgt durch das Bibliothekspersonal, die die eingereichten 3D-Druckdateien von den Benutzern verarbeiten.

Die 3D-Drucker können 3D-Modelle von jeder 3D-Design-Software herstellen, die dazu fähig ist, die Datei im STL-Format auszuführen. Das Modell wird in PLA (Polymilchsäure oder Polylactidfasern) gedruckt, die aus biologisch abbaubares Thermoplasten bestehen, welche aus nachwachsenden Rohstoffen wie Zuckerrohr gewonnen werden.

Weil ich die Sondersammelgebiete und die Historische Sammlung erst nächste Woche Freitag umfassend kennen lernen darf (worauf ich mich selbstverständlich auch schon sehr freue), spare ich mir die Erläuterung dieser Bereiche noch bis dahin auf. Es ist ansonsten für mich recht schön die ganzen kleinen Unterschiede zwischen der James Hardiman Library und der Bibliothek der Humboldt Universität in Erfahrung zu bringen.