Wie schnell doch die Zeit vergeht

Über die Hälfte des Praktikums ist bereits vorüber, und zu meinen Bedauern habe ich bisher nur einen Bruchteil von den Sachen erledigt, die ich mir vorgenommen habe. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die Leute mit denen ich Ausflüge plane, immer sehr kurzfristig Entscheidungen treffen, wodurch ich allerdings schon ein paar sehr willkürliche Abende hier verbringen durfte.

Von dem Arts Festival konnte ich zumindest noch einiges mitnehmen, so auch das schottische Musical Our Ladies of Perpetual Succour  –  adaptiert von Lee Hall von Alan Warners Roman „The Sopranos“ und unter der Regie von Vicky Featherstone, lockte es ganze Massen in Galways Town Hall Theatre, wodurch fast alle Vorführungen sehr schnell ausverkauft waren.

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Der Eingang zu Galway’s Town Hall Theatre

„Young, lost and out-of-control, they’re hit by love, lust, pregnancy and death over the course of a single day.“ 

Ich geb zu, dass ich die erste viertel Stunde so gut wie nichts von den Dialogen verstanden habe, was vor allem an den stark ausgeprägten Akzent der jungen Damen lag. Zu meiner Verteidigung konnte aber auch meine Begleitung, die der englischen Sprache durchaus mächtig ist, zu Beginn genauso wenig verstehen wie ich – nach einiger Zeit konnten wir uns aber daran gewöhnen und die Aufführung in vollen Zügen genießen.

Neben der vulgären Sprache (es wurde sich bemüht wirklich alle zwei Sätze ein „fucking“ mit einzubringen) wurden in dem Stück Themen wie Abtreibung, Religion, Homosexualität, Gesellschaftsklassen, Krebs, Drogen und Alkohol behandelt, weshalb es auch von dem ganzen Festival, die einzige Veranstaltung mit einer Altersbeschränkung war.

Davon mal ganz abgesehen konnten meine Erwartungen bei weitem übertroffen werden – neben den obszönen und teilweise sehr dunklen Humor, wurde das Musical vor allem gegen Ende deprimierend und nahezu herzzerreißend, während einem die einzelnen Charaktere im Laufe des Stücks auch immer mehr ans Herz wuchsen. Zusammen mit den musikalischen Einlagen, wo auch alle Darstellerinnen mal glänzen durften, war es für mich zum Highlight des gesamten Festivals geworden.

 

Kaum ist das Arts Festival dann auch schon vorüber, fängt dann auch gleich der nächste Spaß an:

Die Galway Races!

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Die Pferderennen finden die gesamte Woche von Montag bis Sonntag statt und sind für Einwohner und Touristen gleichermaßen ein riesiges Ereignis. Während sich die Eintrittskarten für Erwachsene auf 20€ beliefen, kam man als Azubi glücklicherweise auch schon für die Hälfte rein.

Von mehreren Leuten wurde ich vorab davor gewarnt am Mittwoch oder Donnerstag an der Veranstaltung teilzunehmen, da zu diesen Tagen im Zusammenhang mit dem „Ladies Day“ und „The Galway Plate“ der Bereich maßlos überfüllt sei, und man keinen Fuß vor den anderen setzten kann.

Bereits zu den ersten Rennen am Montag war schon eine gewaltige Ansammlung an Besuchern anwesend. Diese waren zum Großteil auch unfassbar elegant gekleidet, besonders die Damen, die den Witterungen entsprechend auch mit ausgefallen Hüten und ausgesprochen hübschen Schirmen ausgestattet waren.

Neben der eigentlichen Rennfläche, den Wetthäusern und den Zuschauerplätzen, waren auf dem ganzen Platz einige Bars und viele Verkaufsstände verteilt. Außerdem hatte man die Möglichkeit vor und nach den einzelnen Rennen die Teilnehmer noch ganz nah zu betrachten.

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Da man, wenn man schon mal die Gelegenheit hat ein Pferderennen live zu erleben, natürlich ein paar Wetten abschließt, habe auch ich mein Glück versucht, und beim vorletzten Rennen etwas Geld auf das edle Roß Nr.8 gesetzt – es ist wie erwartet ausgegangen…

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Die Pferde, die den ersten und dritten Platz holen konnten.
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Das Pferd, welches nur den sechsten Platz geholt hat.

Ein wenig ärmer und von dem langen Abend geschafft, kann ich sagen, dass die Erfahrung zwar recht nett war, mir jedoch für die nächsten Jahre vollkommen ausreicht.

 

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